Berlin/Düsseldorf – März 2026
Der aktuelle Preisschock an den Zapfsäulen ist ein trauriger Beleg dafür, wie krisenanfällig die globalisierte Wirtschaft inzwischen geworden ist. Doch was für private Autofahrer in erster Linie finanziell ärgerlich ist, kann für Mobility-Unternehmen schnell existenzgefährdend werden. Dabei gerät die Branche momentan gleich von mehreren Seiten unter Druck.
Neben galoppierenden Kraftstoffpreisen gefährden vor allem stetig steigende Lohnkosten und der immer noch akute Mangel an qualifizierten Fahrern die Geschäftsmodelle. Gleichzeitig steigen die Ansprüche: Fahrzeuglieferungen und -überführungen müssen nicht nur pünktlich und zuverlässig, sondern auch in allen Rechts- und Haftungsfragen einwandfrei ablaufen. Spezielle Herausforderungen, z. B. beim Bewegen von E-Fahrzeugen – Stichwort: Standzeiten und Ladeinfrastruktur –, kommen hinzu.
Effizienzgewinne ließen sich bisher vor allem durch Digitalisierung erreichen. App-gesteuerte Prozesse machen jeden Schritt von der Fahrzeugabholung bis zur Dokumentation transparent und gehören heute zum Standard. Auch mit AI-gestützten Diensten lassen sich, zum Beispiel im Kundenservice, Abläufe ohne Qualitätsverlust rationalisieren.
Einen neuartigen Weg aus der Kostenfalle beschreitet seit dem Jahr 2018 das Berliner Unternehmen Movacar. Die Idee: Anstatt eine Fahrzeugüberführung an gewerbliche Fahrer zu vergeben, wird der Transferauftrag als One-Way-Mietwagen an Privatreisende vermarktet. Das Fahrzeug kostet dabei nur einen symbolischen Preis, kann aber wie ein ganz normaler Mietwagen genutzt werden.
„Unsere Idee hat bereits bei unserer Gründung sowohl Autovermieter als auch private Interessenten überzeugt“, erinnert sich Eustach von Wulffen, Gründer und CEO von Movacar. Von Wulffen stammt wie Movacar-Mitgründer und COO Karl Markiewicz aus der Car-Rental-Branche. „Entscheidender Kostenfaktor für Autovermieter sind die Fleet Rebalancing Costs“, erklärt er weiter, „und genau hier haben wir mit unserer Geschäftsidee angesetzt.“
Movacar gelang es in kürzester Zeit, große Vermieter wie Sixt und Europcar als Partner zu gewinnen. Hinzu kamen Partnerschaften mit Campervan-Verleihern. „Vor allem die 1-Euro-Camper haben Movacar bei einer breiten Öffentlichkeit zum Durchbruch verholfen“, so Marketingleiter Jörg Olvermann, „denn die europaweiten Transfers von Reisemobilen sind für die Anbieter besonders teuer, für Privatpersonen aber die ideale Gelegenheit, für sehr wenig Geld eine tolle Urlaubsreise zu absolvieren.“
Die Zahlen sprechen für sich: Über 300.000 Menschen haben sich inzwischen auf der Movacar-Plattform registriert – Anbieter wie roadsurfer sparen durch den Einsatz der Movacar-Crowd real 55 % der Fahrzeugüberführungskosten. Schöner Nebeneffekt: Privat genutzte Überführungen erhöhen die Flottennachhaltigkeit. Denn anstatt leere Sitze durch Europa zu fahren, nutzt die Movacar-Crowd die Transfers für eine echte Reise. Sie sparen also das CO2 ein, das bei einer äquivalenten Privatreise entstanden wäre – zum Beispiel mit dem eigenen Auto oder dem Flugzeug.
Um den Vermiet-Partnern den Fahrzeugtransport auch dann garantieren zu können, wenn die Crowd keinen Fahrer hergibt, hat Movacar inzwischen auch eine eigene Plattform für gewerbliche Fahrer aufgebaut. „Auf Movacar PRO haben sich bislang mehr als 2.000 Fahrer und Fahrdienste angemeldet“, erläutert Karl Markiewicz. „So können wir wirklich jede Relocation zum Wunschzeitpunkt realisieren. Sobald kein privater Fahrer für die Transferfahrt eines Vermieters gefunden wird, vermitteln wir die Fahrt nahtlos an einen bezahlten Fahrer. Dieses am Markt einzigartige Modell nennen wir Movacar-Hybrid.“
Das Crowd- bzw. Hybrid-Modell wird im Moment vorwiegend von klassischen Autovermietern genutzt. Andere Kunden wie Autohändler, Leasinganbieter und Flottenbetreiber hingegen nutzen fast ausschließlich gewerbliche Fahrer – also Movacar PRO. Das hat einen einfachen Grund: Die Auslieferung fabrikneuer Fahrzeuge an Endkunden, das Bewegen von Leasing-Rückläufern oder den Transfer zwischen Flottenstandorten mit Privatreisenden abzuwickeln, ist ungleich komplexer als das klassische „Station-to-Station“-Modell der Autovermieter.
„In unseren Gesprächen begegnen uns deshalb bei dieser Zielgruppe berechtigte Einwände, wenn es darum geht, die Movacar-Crowd für diese Fahrzeugbewegungen einzusetzen“, sagt Marc Beutenmüller, Account Executive bei Movacar. „Hier geht es unter anderem um komplexe Haftungs- und Versicherungsfragen sowie um Pünktlichkeit und Dokumentationsqualität.“
Doch diese Hürden sind für Movacar nur Ansporn, das Hybrid-Modell für alle Flottenkunden verfügbar zu machen. „Wir arbeiten im Moment auf allen Ebenen daran, rechtliche und organisatorische Herausforderungen anzugehen“, sagt Eustach von Wulffen, „denn das realistische Einspar- und Synergiepotenzial von Movacar-Hybrid ist einfach zu groß, um es für unsere Kunden ungenutzt zu lassen.“
Wie schon im letzten Jahr ist Movacar auch 2026 mit einem eigenen Stand bei „Flotte! Der Branchentreff“ in Düsseldorf vertreten. Die Messe ist der größte und wichtigste Treffpunkt für die Flottenbranche. Am 25. und 26. März freut sich das Movacar-Team in Halle 6, Stand B17 auf Ihren Besuch: